Springendes Mädchen

Willem Lenssinck
Willem und Catherine hatten einen Stand auf einer Messe in München mit dem Kunsthaus Bühler. Sie hatten eine abstrakte, sich bewegende Bildkonstruktion. Wenn man daran vorbeiging oder sie antippte, bewegte sich das ganze Bild. Eine Art Jean Tinguely. In Amerika sah man 1001 solcher Dinge, bewegende Bilder für den Garten. Eine etwas ausgelutschte Idee. Willem und Catherine hatten ihren Spaß daran, den ganzen Abend gegen das Bild zu tippen, wodurch es sich bewegte. Viele Leute fanden das lustig und die ganze Kollektion wurde ausverkauft. Kurt Zimmermann, der Inhaber des Kunsthauses Bühler, sagte dann auch im Nachhinein: ‘Sie dürfen nicht solche statischen Bilder machen, sondern Bilder, die sich bewegen‘. Zu Hause kam ihm die Idee, mit drei Rollen Ton einen Frauentorso zu machen und mit einem Brettchen platt zu schlagen. Er ging in die Fabrik und fragte dort nach Brüsten. Der Mann sagte: 'Ja, aber welche Form wollen Sie denn? Willem fragte: 'Sind Sie verheiratet? Ja. Dann wissen Sie doch, wie sie aussehen.' Er machte zwei Versionen. Eine wurde vor allem nach Gefühl gemacht und die war perfekt. Hinter der Brust sitzt eine Feder mit Schraubgewinde. Dann mussten sie sich noch bewegen oder springen. Bei einer anderen Fabrik wurden Federn bestellt und eine Konstruktion mit Zylindern gemacht. Wenn man nun an der Oberseite auf das Bild drückt und loslässt, dann schütteln die Brüste hin und her. Also Jumping Girl.
62 x 17 cm
Bronze & Granit
2007
Willem Lenssinck - 'Jumping Girl'