Fröhlicher Vogeltag

Willem Lenssinck
Der Anlass für dieses Bild war, dass Willem eine Bronzestatue vor einer Kirche in Harmelen – Utrecht sah. Es war ein typisches Anne-Frank-Bild eines Mädchens mit einem Vögelchen auf der Hand. Die katholische Tristesse der 60er-Jahre triefte davon ab. Lustigerweise wusste Willem nicht, dass das Bild von seinem großen Vorbild Pieter d’Hont geschaffen wurde. Trotzdem dachte er: „Ich mache eine Variante, und zwar so schlimm, dass sie schockiert“. Ein übergewichtiges Mädchen mit bemitleidenswerten Beinchen. Es war so außer Form, dass er es in einen selbst erfundenen modernen Rollstuhl setzte. Ein gemeiner Vogel sitzt auf ihren Händen. Der Schnabel des Vogels bedrohlich nahe an dem, was noch übrig ist. Das Auge des Mädchens stammt vom Blindeninstitut Bartimeus. Dort gab es ein blindes Mädchen, das künstliche Augen bekam. Diese Augen saßen nicht gut, und das Mädchen begann, an den Augen zu lutschen und zu beißen. Manchmal schluckte sie die Augen sogar herunter. Irgendwann waren so viele Bissspuren darauf, dass das Auge nicht mehr brauchbar war. Willem sah es in einer Schublade bei Bartimeus liegen und fragte, ob er es haben dürfe. Er brauchte das Auge für das Bild. Ein weiteres bizarres Detail: Ein halbes Jahr später sieht er den Invaliden-Marathon von Rotterdam und was sieht er? Die Para-Athleten haben alle die gleiche Form von Rollstuhl wie der Wagen des Mädchens!
110 x 240 cm
Polyester, Edelstahl und Bronze
1989
1
Nicht zum Verkauf
Willem Lenssinck - Happy Bird Day