Eugène Brands
Maler
Eugène Brands war ein niederländischer Maler, der sein künstlerisches Schaffen der Veranschaulichung von Freiheit, Bewegung und Kosmos widmete. Nach seiner Ausbildung an der Kunstnijverheidsschool in Amsterdam (heute: Rietveld Academie) begann er als Grafiker und Werbezeichner. Sein Herz schlug jedoch für die Malerei, wo er ohne Auftraggeber seiner Intuition folgen konnte.
Im Jahr 1948 schloss er sich der experimentellen und avantgardistischen Cobra-Bewegung an, die die Kunst von Regeln und Konventionen befreien wollte. Brands’ farbenfrohe und verspielte Werke, die u. a. von Kinderzeichnungen inspiriert waren, passten perfekt dazu. Er bewunderte die Energie von Cobra, ärgerte sich aber über das Gruppenverhalten und die Dogmatik von Manifesten und Versammlungen. Für Brands war das Malen eine intime Suche, kein kollektiver Kampf, und er verließ die Gruppe nach kurzer Zeit. Er wählte einen einsamen Weg. Sein Leitmotiv wurde ‘Panta Rhei’ – alles fließt, eine Idee aus der griechischen Philosophie von Heraklit: Nichts ist von Dauer, alles verändert sich ständig. Für Brands war dies kein abstrakter Gedanke, sondern eine Lebenseinstellung und ein künstlerisches Prinzip. In unzähligen Gemälden und Gouachen mit diesem Titel ließ er Farbe und Form zu vibrierenden Feldern verschmelzen, als wollte er die ewige Bewegung des Universums sichtbar machen. Musik, Mythen, Kosmos und kindliche Vorstellungskraft vereinten sich in seinen Kunstwerken, die sowohl spielerisch als auch geheimnisvoll wirken.
Mit seiner lyrischen und kosmischen Bildsprache gilt Brands als ein Dichter unter den Malern. Er suchte keinen festen Stil oder harte Konturen, sondern ließ sein Werk atmen und fließen. Damit verlieh er der Nachkriegskunst in den Niederlanden eine ganz eigene Stimme: eine Stimme, die sanft, poetisch und doch radikal erneuernd war. Viele Gemälde, Zeichnungen und Gouachen von Brands sind in der Sammlung des Stedelijk Museum Amsterdam enthalten.

